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„I did not saw it“ — was ich über die Grundform nach did gelernt habe

Michael Schreier

I did not saw it.

I did not see it.

Gesagt: „I did not saw it before.“ Zurückgekommen: „I haven’t seen it before.“

Zwei Dinge auf einmal falsch, und in derselben Stunde Ende Juni noch einmal dasselbe Muster: „I did not heard of it.“ Hier geht es um den Teil, der beide Male gleich war — das Verb hinter did.

Der Satz wird verstanden. Deshalb hakt niemand nach, deshalb steht er beim nächsten Mal wieder da.

Was ich über did verstanden habe

Did sagt bereits, dass es Vergangenheit ist. Das Verb dahinter muss es nicht noch einmal sagen — es geht zurück in die Grundform:

I saw it. → saw trägt die Vergangenheit.

I did not see it. → did trägt sie, see steht in der Grundform.

Zweimal markieren geht in derselben Verbkette nicht. Deshalb sind alle diese Formen falsch, so verschieden sie aussehen:

  • I did not saw it. → I did not see it.
  • Did you went there? → Did you go there?
  • She didn’t wrote back. → She didn’t write back.

Dasselbe passiert nach to. Im März ist mir It’s easy to misunderstood rausgerutscht — gemeint war to misunderstand.

Und es gilt auch, wenn did gar nichts verneint, sondern betont:

I did see it. (doch, ich habe es gesehen)

Woher es bei mir kommt, so wie ich es mir erkläre

Mein erster Verdacht war das deutsche Perfekt, aber der trägt nicht. Wäre Ich habe es nicht gesehen die Vorlage, käme bei mir I did not seen it raus, mit der Form, die nach Partizip aussieht. Ich sage aber saw.

Näher liegt für mich etwas anderes: Deutsch kennt kein do zum Verneinen und Fragen. Bei uns steckt die Vergangenheit im Verb selbst und bleibt dort, egal was drumherum passiert:

ich sah es nicht · sah ich es?

Wenn ich beim Sprechen das englische did davorsetze, nehme ich sie am Verb nicht mehr zurück. Dann steht sie zweimal da.

Beweisen kann ich das nicht, und der to-Fall spricht sogar dagegen: zu missverstehen ist im Deutschen ein Infinitiv, da gibt es nichts zu übertragen. Wahrscheinlich mischt sich beides — die Konstruktion, die es im Deutschen nicht gibt, und meine Neigung, die Vergangenheit lieber einmal zu viel zu markieren als einmal zu wenig. Vor allem, wenn der Satz länger wird.

Woran ich es jetzt im eigenen Satz merke

Eine Frage, und sie funktioniert, während ich rede:

Steht did, didn’t oder to unmittelbar davor? Dann Grundform.

Und die Gegenprobe, damit ich nicht ins andere Extrem falle — ohne did trägt das Verb die Vergangenheit selbst:

  • I saw it yesterday. (nicht: I did see it yesterday — außer ich will es betonen)
  • She wrote back. (nicht: She did write back)

Der Test ist bewusst eng gefasst, weil eine Ausnahme ihn sonst kippt: to ist nicht immer Teil eines Infinitivs. In einigen festen Wendungen ist es eine Präposition, und dann folgt die -ing-Form:

  • I’m looking forward to seeing you. (nicht: to see)
  • I’m used to working late.
  • She objected to being interrupted.

Das hat mich eine Weile gekostet. Was mir hilft: Wenn hinter to auch ein Substantiv stehen könnte (looking forward to the weekend), ist es eine Präposition. Wenn nicht (wanted to …), ist es ein Infinitiv, und die Grundform stimmt.

Das Paar, an dem ich es am schnellsten sehe:

I used to work late. (früher habe ich lange gearbeitet)

I’m used to working late. (ich bin es gewohnt)

Warum mir das Wissen darüber nichts genützt hat

Diese Regel ist keine schwere. Ich hatte sie in der Schule, und im Lückentext hätte ich see eingesetzt, ohne zu überlegen.

Im Gespräch war sie trotzdem weg. Da läuft kein Test, sondern ein Reflex, und ein Reflex ändert sich nicht, wenn man die Regel noch einmal liest. Er ändert sich, wenn man ihn mehrmals bewusst anders ausführt und danach nachsieht, ob er seltener geworden ist.

Genau der zweite Teil fehlt normalerweise. Im Meeting sagt dir niemand, dass du es schon wieder getan hast.

Ich habe meine Sessions ein halbes Jahr lang mitgeschnitten, um das zu sehen. Dieses Muster hat sich bei mir gehalten: zweimal in einer Stunde Ende Juni, dazu im März to misunderstood. Die Regel kannte ich in allen drei Fällen.

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