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← JournalBeschreibung vor dem Nomen

„every city on the sea“ — was ich über Beschreibungen vor dem Nomen gelernt habe

Michael Schreier

You can reach every city on the sea.

You can reach every coastal city.

Gesagt: „You can reach every city on the sea.“ Zurückgekommen: „You can reach every coastal city.“

Es ging im Juni um eine Fahrt mit dem Camper, und ich wollte sagen: Man erreicht jede Stadt am Meer. Auf Deutsch steht das fertig da, ich musste nichts entscheiden. Im Englischen habe ich es Wort für Wort nachgebaut. Aus city on the sea wurde coastal city: vier Wörter, dann zwei.

Verstanden hat mich jeder. Der Satz war nicht einmal falsch.

Was ich über die kurze Form verstanden habe

Englisch stellt eine Beschreibung oft vor das Nomen, statt sie hinten mit einer Präposition anzuhängen. Beide Formen gibt es. Was ich vorher nicht wusste: Sie sind nicht austauschbar — mal ändert sich die Bedeutung, mal nur die Länge.

a cup of coffee — eine Tasse, in der Kaffee ist

a coffee cup — eine Tasse für Kaffee, auch wenn sie leer ist

Die kurze Form benennt eine Art von Sache. Die lange zeigt auf einen bestimmten Fall oder auf die Beziehung zwischen zwei Dingen.

Meine Stadt am Meer war keine bestimmte Stadt an einem bestimmten Meer. Ich meinte eine Sorte Stadt — und dafür hat Englisch ein Wort, das vorne steht: a coastal city.

Zweimal noch derselbe Umweg

Im Februar ging es um eine Gruppe, in der ich neu war: they discuss topics about app development. Zurückkam app development topics.

Auch das ist ein Sorten-Fall — nicht Themen über eine bestimmte Sache, sondern eine Art von Themen. Falsch war der Satz trotzdem nicht. Er war lang. Für diese Sorte gibt es keinen roten Strich, nur eine kürzere Fassung daneben.

Im März ist mir der Umweg dann zerbrochen. Es ging um Öl- und Benzinpreise in Großbritannien, und ich sagte: the oil price and gasoline. Gemeint waren die Preise für beides. Gesagt habe ich: der Ölpreis — und Benzin.

Zurückkam oil and gasoline prices.

Das ist die Stelle, an der der lange Weg nicht mehr nur umständlich ist. Solange er eine Sache beschreibt, trägt er. Sobald zwei dazugehören, müsste ich ihn zweimal bauen — the oil price and the gasoline price —, und mitten im Satz habe ich das nicht gemerkt. Ich habe das zweite Wort einfach angehängt. Die kurze Form hat dieses Problem nicht: oil and gasoline prices deckt beide ab.

Woher es bei mir kommt, so wie ich es mir erkläre

Bei city on the sea ist die Sache einfach genug: Ich habe „Stadt am Meer“ übersetzt, Wort für Wort, samt Präposition.

Bei den anderen beiden trägt diese Erklärung nicht, und ich habe es versucht. Deutsch hätte mir dort geholfen — „App-Entwicklungs-Themen“, „Öl- und Benzinpreise“. Mein eigenes Deutsch klebt die Wörter zusammen und stellt sie nach vorn, genauso wie das Englische. Ich habe die Form also nicht aus dem Deutschen verloren. Ich habe sie beim Sprechen nicht gebaut.

Mein Verdacht, und mehr ist es nicht: Die kurze Form muss ich fertig haben, bevor ich anfange. App development topics funktioniert nur, wenn ich schon weiß, dass topics am Ende steht. Der Umweg mit about geht auch dann, wenn ich beim Losreden nur den Anfang habe: Ich setze das Nomen hin und sortiere den Rest, während ich rede.

Das ist bequem, und es geht fast immer gut. Deshalb ist es mir jahrelang nicht aufgefallen.

Woran ich es jetzt im eigenen Satz merke

Eine Frage, und sie funktioniert, während ich rede:

Beschreibe ich gerade eine Art von Sache — oder einen bestimmten Fall?

  • Eine Art: die Beschreibung nach vorn. a coastal city, a coffee cup, app development topics, oil prices.
  • Ein bestimmter Fall oder eine Beziehung: der lange Weg stimmt. a cup of coffee, the price of this car, the man on the corner.

Und die Gegenprobe, damit ich nicht ins andere Extrem falle: Nicht jede Art von Sache lässt sich vorne zusammenkleben. A sense of humour, a waste of time, a lack of time — die gibt es nur lang. Eine Regel dafür kenne ich nicht, nur einen Verdacht: Wenn ich die kurze Form noch nie gehört habe, habe ich sie vermutlich gerade selbst gebaut. Dann nehme ich die lange.

Dasselbe gilt, wenn ich es übertreibe. Sobald ich meinen eigenen Ausdruck zweimal lesen muss, um ihn zu verstehen, war die kurze Form die falsche Wahl. Die lange ist kein Notausgang, sie ist eine von zwei Möglichkeiten.

Die Sorte Fehler, die niemand meldet

Von den drei Sätzen war einer kaputt. Die anderen beiden waren verständlich und grammatisch in Ordnung — und trotzdem ist bei beiden eine kürzere Fassung zurückgekommen.

Genau diese Sorte bleibt liegen. Im Meeting unterbricht niemand einen Umweg; man versteht ihn ja. Und was nicht zurückkommt, kann man auch nicht abstellen.

Ich habe die drei Sätze nur gefunden, weil ich ein halbes Jahr lang jede Englisch-Stunde mitschneiden ließ und die Rückmeldungen hinterher nebeneinandergelegt habe. Das ist die Arbeit, die die App später übernehmen soll: reden lassen, zurückgeben, was einen ausbremst, und dann gezielt dagegen anüben. Bis dahin ist der Umweg mein Standardweg geblieben — ich sehe ihn jetzt nur.

Den nächsten direkt ins Postfach

Eine Sache nach der anderen.

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